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Hessischer Seglertag 2011

Bericht über den Hessischen Seglertag 2011

Ein interessanter Workshop und eine konstruktive Verbandsversammlung erwartete die Delegierten am 19. März am Hessischen Seglertag 2011. Als ausrichtender Verein hat sich der Segelclub Gießen e.V. viel Mühe gegeben, die Delegierten zufriedenzustellen. Dabei war das gar nicht leicht, der ursprünglich geplante Veranstaltungsort war kurzfristig nicht mehr verfügbar. Mit dem Ausweichquartier im Festzelt der Seegaststätte „Anker" am Dutenhofener See landete er jedoch einen Volltreffer. Nicht nur der maritime Festschmuck passte, sondern auch das Wetter. Strahlender Sonnenschein über dem Heimatrevier des Segelclubs Gießen ließ die Sehnsucht nach der neuen Segelsaison wieder erwachen.

Wie schon in den Vorjahren beginnt der Seglertag bereits am Vormittag mit einem Workshop. Zu Beginn brachte Volker Christmann in einem interessanten Vortrag den Zuhörern die Segelyacht ANITA näher. ANITA ist ein 1938 von Abeking&Rasmussen gebauter Zwölfer (12mR). Diese Yachten waren Prestigeobjekte nicht nur für die Reichen, die sie bauen ließen, sondern auch für die Werften, die sie bauten und die Konstrukteure, die sie zeichneten. Sie wurden auf Geschwindigkeit hin entwickelt und waren als Königsklasse der Segelboote die Schiffe, mit denen damals der Americans Cup ausgesegelt wurde. Nur noch wenige Schiffe existieren. ANITA gehört heute dem Segelclub Rheingau, wurde die letzten Jahre als Schulschiff für die Jugend auf den Meeren eingesetzt und ist renovierungsbedürftig. „Wir tun alles in unsere Macht stehende, um die ANITA zu erhalten. Sie ist eben über 70 Jahre alt und braucht jetzt ein grundsätzliches Refit, angefangen vom Unterwasserschiff bis zur Takelage und den Segeln. Allein werden wir es wohl kaum schaffen." So die Aussage des zum SCR gehörenden Fördervereins „Freunde der SY ANITA".

Der zweite Block an diesem Vormittag war eine Diskussion über die strategische Ausrichtung des Hessischen Seglerverbandes. „Breitensport oder Leistungssport?" war die Frage, die eifrig diskutiert wurde. Einig waren sich am Schluss alle, dass man eigentlich Beides will, aber man war sich auch bewusst, dass ein kleiner Seglerverband mit begrenzten Mitteln auch nur begrenzte Möglichkeiten hat. Trotzdem kamen viele Punkte hoch, die nun der Landesjugendobmann in seine strategische Planung einarbeiten wird.

Am Nachmittag dann die eigentliche Verbandsversammlung mit dem üblichen Procedere. Der Vorsitzende des SCG´84, Prof. Dr. Manfred Reinacher, begrüßt die Gäste und stellt den gastgebenden Verein vor. Der Verein hat 145 Mitglieder, davon sind 25% Jugendliche. Der Präsident des HSeV, Klaus-Dieter Lachmann, begrüßt die Ehrengäste und bedankt sich beim ausrichtenden Verein, danach steigt er sehr schnell in die Arbeit ein. Viel steht auf der Tagesordnung, von Ehrungen über Neuwahlen bis zur Abarbeitung von Anträgen.

Eine erfreuliche Aufgabe für ihn ist die Ehrung von erfolgreichen hessischen Seglern. Es holten sich Karlo Schmiedel und Stefan Oetken den 3. Platz in der WM in der 470er-Klasse „Grandmaster". Henrik Simon und David Heitzig waren in ihrem 470er auch dieses Jahr wieder erfolgreich. Sie erreichten u.a. in der JoDM den 3. Platz, in der JoEM den 21. Platz und in der JoWM den 15. Platz. Johannes Brack und Kilian König vom SCE erreichten im FD in der Kieler Woche den 3. Platz. Bernd Klabunde vom SCW und Marcus Pfeiffer vom WFC Schotten engagierten sich in der Ausbildung für Trainer-C-Scheine, außerdem feiert der SCW in diesem Jahr sein 100. Jubiläum. Als Dank bekamen die Geehrten ein kleines Präsent.

Die Berichte des Vorstandes geben in vielen kleinen Punkten einen guten Überblick über die im letzten Jahr geleistete Arbeit. Den Dank dafür brachte Kassenprüfer Hans Jürgen Schaewitz vom SSC Diemelsee zum Ausdruck. Er bescheinigte eine excellente Kassenführung und beantragte die Entlastung des Vorstandes. Diesem Antrag folgten die Delegierten einstimmig.

Highlight des Seglertages aber war die Präsidentenwahl. Der bisherige Amtsinhaber zog ein Resümee über seine Amtszeit und verabschiedete sich von den Delegierten. Als Nachfolger wurde von zwei Segelclubs bereits im Vorfeld Reinhard Fuhr vom Dreieich Segelclub Langen vorgeschlagen. Die Delegierten wählten ihn einstimmig. Im Anschluss daran erhielt der bisherige Präsident aus den Händen von Vize Elke Wehling und LJO Reinhard Linke ein Präsent als Dank für seine geleistete Arbeit. Die Delegierten quittierten das mit minutenlangem stehendem Beifall. Ein Zeichen für das gute Verhältnis zwischen Klaus-Dieter Lachmann und den hessischen Segelvereinen.

Der neue Präsident stieg danach gleich in die Arbeit ein. Vom Verband lag ein Antrag auf Änderung der Hessenmeisterschaftsordnung vor. Diese war an die Ordnungsvorschriften des DSV angelehnt, doch die Vielzahl der Ehrungen im Jugendbereich entsprach in keiner Weise der Dichte der Regattafelder in Hessen. Einstimmig wurde die Änderung von den Delegierten angenommen.

So ging ein konstruktiver Verbandstag mit interessanten Diskussionen nach 6 Stunden zu Ende und viele freuen sich, die Runde im nächsten Jahr in Langen wieder zu sehen.

Text und Fotos Günther Probst

Zwei Präsidenten Reinhard Fuhr (li) und Klaus-Dieter Lachmann (re).

v.li. Reinhard Fuhr, Elke Wehling, Klaus-Dieter Lachmann und Reinhard Linke

Die Delegierten bedanken sich bei Klaus-Dieter Lachmann


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